Christiane Lünser

Geschichten aus meiner Praxis

"Einmal Allergie, immer Allergie!" Stimmt das?

Von dieser Aussage eines Arztes erfuhr ich im Gespräch mit einer Klientin. Seit Jahrzehnten litt sie an verschiedenen Allergien und wäre sie liebend gerne losgewesen: eine Allergie gegen Schurwolle zum Beispiel. Seit ihrer Kindheit mochte sie keine Wollstrümpfe anziehen, da infolge davon immer Rötungen und Juckreiz aufgetreten waren. Im Schulalter kam noch eine Pollenallergie hinzu.
„Mal sehen, was wir zwei dazu herausfinden“, war meine Antwort. Mit dem kinesiologischen „Armlängentest“ (nach Raphael von Assche) gingen wir dazu auf eine „virtuelle Forschungsreise“. Mit diesem Test kann man herausfinden, wann der Körper begonnen hatte, auf einen Stoff allergisch zu reagieren. Das Gedächtnis des Körpers ist unglaublich und vergisst nichts.

Schon sehr früh in ihrem Leben, bereits kurz nach der Geburt zeigte der Armlängentest bei der Klientin Stress an auf den Begriff „Schurwolle“. In unserem Gespräch kristallisierte sich heraus, dass die Klientin und ihr Zwillingsbruder zwei Monate zu früh auf die Welt gekommen und infolgedessen in einen Brutkasten gelegt worden waren. Den beiden winzigen Babys waren kleine wärmende Wollsocken angezogen worden. Der Bruder verstarb nach kurzer Zeit. Das blieb der Klientin (dem damaligen Baby) nicht verborgen, denn sie hatte alles gespürt und wahrgenommen. Und sie hatte sämtliche Sinneseindrücke dieses Tages gespeichert. Es waren Erinnerungen an ein existenziell bedrohliches Ereignis. Ein erster Schock mit einer Verlusterfahrung.

Mit verschiedenen Fragestellungen und den Antworten durch den Armlängentest hatten wird die Ursache ihrer Woll-Allergie entdeckt.
Diese unbewussten und unerkannten Erinnerungen führten dann viele Jahre zu den unangenehmen Symptomen der Woll-Allergie, auch ohne dass es eine erneute Konfliktsituation gegeben hätte.

Als nächstes forschten wir dann nach der Ursache ihrer Pollenallergie.
Auch hier wurden wir fündig: Ein Schulwechsel zum neuen Schuljahr (damals noch im Frühjahr) und die damit verbundene Trennung von Freundinnen und Freunden waren ausschlaggebend. Immer wieder im Frühling wurde durch den Kontakt mit Pollen die unbewusste Erinnerung an die schmerzliche Erfahrung eines lange vergangenen Frühjahres hervorgerufen. Verbunden mit Symptomen und Reaktionen eines heftigen Unwohlseins - ebenfalls ohne nochmal einen Konflikt zu erleben.

Mit der therapeutischen Klärung dieser Ursachen verschwanden tatsächlich alle Beschwerden sofort: Die Klientin zog sich zuhause Wollsocken an, ging nach draußen, setzte sich den Pollen aus, um zu testen, was passieren würde. Und es geschah: GAR NICHTS!
Kein Jucken, kein Schniefen, kein Husten, keine gequollenen Augen…
All das lag nun in der Vergangenheit. "Ja, so war’s einmal gewesen", atmete sie erleichtert auf.

"Hilfe! Wo ist mein Auto geblieben?" 

Vor kurzem erzählte mir eine Frau: „Ich kann es nicht fassen: Mein Auto ist seit drei Wochen verschwunden! Meine Nachforschungen bei Abschleppdiensten – womöglich hatte ich es falsch geparkt? – waren erfolglos geblieben. Eine Anzeige wegen Diebstahls nahm die Polizei nur sehr unwillig entgegen: „So ein altes Auto klaut doch keiner".


Wie war es dazu gekommen?


„Ich wollte zu einem Arzt in einem anderen Stadtteil, dessen Praxis bald zur Mittagspause schließen würde und beeilte mich, mit dem Auto und Navi auf schnellstem Wege dorthin zu kommen. Bald vermutete ich auch die Straße, in der sich die Praxis befinden sollte. In aller Eile parkte ich in der Nähe, als ich einen freien Parkplatz sah ... und rannte zur Praxis.

Von dort machte ich auf der lebendigen Einkaufsstraße des Viertels noch einen kleinen Bummel. Der Weg nach Hause verlief dann aber anders als geplant: Ich fand mein Auto nicht mehr! Ich lief das komplette infrage kommende Karré ab.


Hmm, in meiner Erinnerung hatte ich am Anfang einer Einbahnstraße, parallel zur Fahrtrichtung geparkt, und aus der Ferne rechter Hand ein markantes Gebäude wahrgenommen. Doch mein Auto war nicht auffindbar.

Auch später nicht, nachdem wir zu zweit die infrage kommenden Straßen rauf und runter gewandert waren. Es blieb wie vom Erdboden verschwunden!“


Da bot ich meine Hilfe an. Das war ein spannender Fall! Wir könnten versuchen, das Auto mit Hilfe des kinesiologischen „Armlängentests" zu lokalisieren. Meine detektivische Ader regte sich. Versprechen konnte ich zwar nichts, wir sollten es versuchen. Normalerweise arbeite ich mit dem Test, um z.B. Irritationen und deren Ursachen in Systemen (Körpern, Organisationen) zu finden oder beste Entscheidungen herauszufinden.


Wir verabredeten uns für einen der nächsten Tage. Mit meinem Rhein-Main-Atlas im Gepäck – zum Glück hatte ich noch so ein ‚altertümliches‘ Exemplar im Regal – ging’s nach Frankfurt. Fragen stellen, fragen, fragen, fragen… und testen, z.B.: Ist das Fahrzeug noch in Frankfurt? "Ja" - testete ich.
Ist es abgeschleppt worden? "Nein", antworteten die Arme.
Ist es gestohlen worden? "NEIN"
Steht es dort, wo es ‚vermeintlich‘ abgestellt wurde?.... Nein!
Aha.
Dann muss es woanders stehen! JA!
In einer benachbarten Zone? JA!


Weitere Fragen und Antworten - mittels des kinesiologischen Tests und des Stadtplans - führten uns auf die Spur in einen angrenzenden Bereich des ursprünglich vermuteten Platzes.
Und weiteres Nachfragen und Testen ließen uns hoffen, das Auto zu finden. Der Ort wurde immer stärker eingegrenzt. Gespannt machten wir uns auf den Weg. Würden wir das Auto tatsächlich entdecken?


Was soll ich sagen? Ja, unversehrt stand es an einem Straßenrand.
Mit großer Verwunderung erkannte die Frau ihr Auto. Sie konnte es kaum fassen. Da hatten ihr ihre Erinnerungen einen Streich gespielt.


So ergaben sich neue Fragen: Wie verlässlich sind unsere Erinnerungen? Wie können daraus eventuell entstehende Konflikte gelöst werden?


Ich liebe solche detektivischen Herausforderungen. Und ich halte den Armlängentest oder –reflex für ein geniales Instrument, das hilfreich in wirklich allen Lebenslagen genutzt werden kann.


Ein Tagesworkshop zum Erlernen der praktischen Anwendung kinesiologischer Tests für Jedermann/frau findet am Samstag, 19. Oktober von 10 - 18 Uhr in Eppstein statt .


Wer Lust hat, sich mit den Grundlagen vertraut zu machen, möge sich bitte melden. ​​​

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